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Sobald Sie ein japanisches Esslokal betreten sind Sie automatisch der Gast des Sushi-Koches. Ganz egal, ob Sie die Sushi vom Fliessband auswählen oder lieber in ein japanisches Restaurant gehen. Eines haben beide Lokalitäten gemeinsam: nigiri-sushi werden nie einzeln, sondern stets paarweise serviert. Jeder Sushi-Koch wird es vermeiden, ein Gericht mit ein oder drei Scheiben Fisch auf den Tisch zu bringen,. Mit gutem Grund: das japanische Wort für eine Scheibe (hito kire) ist ein Wortspiel für jemanden umbringen und drei Scheiben (mi kire) kann auch bedeuten, sich umbringen. Ausnahmen von dieser Paarregel sind nur bei gerollten Sushi erlaubt. Es gibt keine Reihenfolge, in welcher Sushi verzehrt werden. Nur bei einer Sushi-Auswahl sollten Sie die Purpurtang (nori) gerollten Stücke zuerst gegessen werden, da der knusprige nori sonst aufweichen. In Japan wird oft mit einem Thunfisch-Sushi (maguro-sushi) begonnen, gefolgt von einer bunten Auswahl, die sich ausschliesslich nach Lust und Geschmack richtet . Weniger erfahrene Sushi-Liebhaber können im Restaurant den Sushi-Chef um Rat fragen. Es wird im eine Ehre sein, seine Gäste mit den frischen Sushi zu bedienen.
In der Sushi-Bar hat man kleine Tellerchen, die dienen dazu, dass man die Soyasauce mit dem Wasabi vermischen kann. Jedoch diese zwei Komponenten sind Gewürze und nicht eigentliche Saucen, deshalb sollte man es vermeiden, zu viel Soyasauce zu schöpfen und damit die Sushi zu ertränken. Sojasauce über gekochten Reis zu giessen ist nicht nur unüblich, sondern auch taktisch unklug, will man nicht jedes einzelne Reiskorn einzeln zum Munde führen, der Reis klebt dann einfach nicht mehr. Wer Sushi mit Stäbchen isst, sollte deshalb die Fischseite in die Sojasauce tunken.
Wer mit den spitzen Stäbchen einfach nicht zurecht kommt, kann jetzt aufatmen: beim Sushi sind auch nach feinster Etikette keine Mikado Kunststücke notwendig. Echte Kenner schieben sich die edlen Sushi ohnehin mit den Fingern in den Mund. Nur keine Angst vor rohem Fisch: bei allerbester Qualität, wie es selbstverständlich sein sollte, bereitet dies weder Fischhände, noch ist er glitschig oder unangenehm anzufassen. Besonders einfach ist es, wenn das Sushi an den beiden Enden mit Damen und Zeigefinger aufgenommen wird. Auf diese Weise lässt es leicht und elegant mit der Fischseite nach unten in die Sojasauce tauchen, ohne dass der Reis durchtränkt wird oder der Belag ins Rutschen kommt. Anschliessend das ganze Sushi in den Mund schieben und geniessen. Das mag unmässig klingen, und gelegentlich auch so aussehen, aber wer einmal den Versuch gewagt hat , von einem sushi abzubeissen, weiss, von welch sinnlosem Experiment hier die Rede ist.
Um den Gaumen für den nächsten Fisch zu erfrischen, gibt es ab und an ein Stück eingelegtem Ingwer (gari). Denselben Effekt erfüllt auch eine Suppe: Am beliebtesten sind dazu Suppen mit miso-Paste (miso shiru) Auch Bier oder japanischer Reiswein (sake) erfüllt ihren Zweck.
Guten Appetit ( itadakimasu) |
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